Eine Woche Urlaub auf Rufus II

04.10.2010

Heute sind also unsere Mädels weg und meine Eltern da (Für Mehr bitte auf der Start-Seite in der jeweiligen Positionen  oben rechts auf +Plus+ oder im Tagebuch oben auf Kommentar klicken) und eine sehr schöne und lustige Woche auf Cabrera und der Ostküste von Mallorca liegt hinter uns, aber da drüber lasse ich jetzt die beiden Mädels mal selber berichten.

Wenn Einer eine Reise tut, dann ist das an sich schon eine interessante Sache. Wenn Zwei auf eine Reise gehen, die sie zu Zwei anderen führt, die bereits auf Reisen sind, dann ist das doppelt spannend. Wenn dann aber auch noch nicht ganz klar ist, wo sich beide Paare begegnen und die Anreise der beiden Gäste durch unterschiedliche Widrigkeiten noch erschwert wird, dann, ja dann wird es kompliziert! Aber, um das vorwegzunehmen, es wird auch alles mindestens doppelt so lustig.

Aber fangen wir von vorne an: Wir, Kerstin und Annette, hatten für unseren Jahresurlaub einen Besuch bei Harald und Marion geplant, die gerade – bekanntermaßen – um die Welt segeln. Erschwert wurde das Ganze durch eine Knieorthese, die ich wegen eines Bergunfalls tragen muss. Weil dieses Teil nun so gut wie 24 Stunden an meinem Bein klemmt und immer und überall mein Begleiter ist, habe ich es „Oskar“ getauft. Wir „drei“ brachen also am Morgen des 24. September am Münchner Flughafen auf.

„Dank“ Oskar musste ich leider meine riesigen rosa Mädchen-Gerätetauchflossen zu Hause lassen, was mich unendlich betrübte. Aber Oskar war es dann, der uns nicht nur den Schnellzugang in der First-Class-Reihe bei der Sicherheitskontrolle bescherte, sondern auch zwei beste Plätze im Flieger, fernab gefühlter 500 schreienden Kleinkinder, die – vergünstigt in der Nachsaison – ebenfalls nach Mallorca wollten.
In Palma angekommen stiegen wir mit Sack und Pack und meinen blauen Krücken in den völlig überfüllten Bus, mussten mitten in der Stadt umsteigen und nach einer kleinen Odyssee durch Stand und Land landeten wir endlich in Puerto Portals. Und weil wir immer noch nicht genug hatten, liefen wir auch noch einen riesigen Umweg um den halben Berg, bis wir endlich da waren, wo wir hin wollten: ans Meer! Ich war wohl nicht zu übersehen mit meinem 60 Liter Rucksack in trendigen Tarnfarben und meinem Hinkebein, denn unten an der Marina schlich sich Marion von hinten an und begrüßte uns stürmisch. Wow, wie gut sie aussah! Von Anreise-Stress keine Spur! Und natürlich wie immer hammermäßig gut gestylt mit den obligatorischen Totenkopfaccessoires. Und auch Harald sah aus wie das blühende Leben! Von wegen Segelstress und so! Nach einem Begrüßungsbier ging es zum Dinghy (das Beiboot) und damit zum Schiff. Tja und was soll ich sagen? Geile Hütte mit Segel oben drauf!!  Wir und Rufus II – das war Liebe auf den ersten Blick. Wir haben den Abend in einer ruhigen Bucht verbracht und erst mal ausgiebig geratscht. Und schon als wir das erste Mal in die Kajüte krochen war uns klar: Nirgends schläft es sich so gut. Das leichte Geschuckel und Geplätscher erinnerte uns an eine Wiege. Andere werden seekrank, wir fanden es toll. Am kommenden Tag hieß es Einkaufen für vier und wir düsten los mit dem Dinghy. Eigentlich gehört zu so einem Plan schon eine gewisse Strategie, denn man muss ja alles erst mal zum Dinghy schleppen und dann zum Schiff bringen. Am oberen Ende des Ortes fanden wir dann endlich einen allseits bekannten Lidl und jeder stöberte so nach seinem Wunschessen. In den Getränke-Ecke entdecken wir Franziskaner Weißbier, was Marion binnen Millisekunden ein verzücktes Lächeln ins Gesicht zauberte und ihr einen gellenden Jubelschrei entlockte. Eigentlich bekommt sie dieses Leuchten in den Augen nur, wenn Sie von Karg Weißbier spricht. Aber das gibt´s halt nur in Murnau und nicht auf Mallorca! Klar, dass eine Kiste Franziskaner mit musste. Und hier noch was und da noch was und schon war der Wagen mehr als voll. Wer sollte das alles nur zum Boot tragen? Ich schlug also vor den Lidl-Wagen zu „leihen“. Schließlich war die Leihgebühr von einem Euro bereits entrichtet. Mit viel Gelächter schafften wir es bergab irgendwie zum Hafen. Und während Harald und ich die Beute zum Boot brachten, brachten Marion und Annette pflichtbewusst und typisch deutsch den Wagen zurück – nicht ohne einen Abstecher in den besten Fischladen am Ort versteht sich. Denn Fisch hatten wir uns nun mal eingebildet für unser Abendmahl!
Es schmeckte lecker doch die Folge war eine überquellende Küche, die nur unter heftigem Fluchen der Bootschefin in den Originalzustand zurückversetzt werden konnte. Denn da Wasser an Bord sehr wertvoll ist, ist Abspülen eine strategische Meisterleistung. Und wer Marion kennt weiß: So ein feudales Essen kann nicht ungesühnt bleiben. Am nächsten Morgen ging sie deshalb an Land zum Joggen, um mit einer frohen Botschaft zurück zu kommen: Eine kleine, feine Strandbar mit dicker spanischer Mama bot mittags Paella an. Rein in die Strandklamotten und raus zum Lunch. Kurz und (nicht) gut: Es waren lascher Sangria und die teuerste und schlechteste Paella unseres Lebens! Über den Preis breiten wir besser den Mantel des Schweigens! Nur so viel: 6 Atome Baguette-Brot kosteten 6 Euro! Wir verließen den Ort der Abzocke und wollten in der Bucht vom Vorabend ankern, die wir dank Marions famosen Orientierungsvermögens auch wiederfanden. Sie wettete mit uns und gewann. Alles hat seinen Preis und der unsere an die Königin des Navigierens und Findens war die Erfüllung von drei Wünschen. Wer jetzt an diverse zu erledigende Haus- oder Bordarbeiten denkt, der irrt. Aber dazu später. In dieser Nacht haben wir erstmals etwas über einlaufende Wellen gelernt und dass die Windrichtung nicht gleich der Wellenrichtung sein muss. Ergebnis des Ganzen war dann ein ziemliches Schaukeln. Machte aber nichts, denn wir lagen sicher vor Anker. Ankern ist überhaupt eine tolle Sache: Man lernt eine Menge über das Verhalten des Bootes und auch über das eigene. Denn das Boot liegt sicher und als Belohnung gibt´s ein Ankerbier. Aus Australien importiertes Franziskaner zwar und kein Karg, aber man will nicht klagen.

Am nächsten Tag segelten wir um die Ecke gen Bucht Palma, weil Harald Gasflaschen besorgen wollte und Marion eine Genehmigung für die Insel Cabrera, die ein paar Stunden von Mallorca entfernt liegt und ein sehenswertes Naturschutzgebiet sei. Wir näherten uns dem Hafen und auf meine Frage, was für eine Promenade dort am Strand sei, hieß es: Das ist der Ballermann, den muss man mal gesehen haben. Ich war – bedingt durch die eine oder andere TV-Sendung in diversen einschlägig bekannten Privatsendern  – alles andere als begeistert und schon gar nicht Haralds Meinung! Und hier kommen jetzt die drei Wünsche der Chefnavigatöse Marion ins Spiel. Mehr muss ich nicht sagen, oder? Sie war offensichtlich (viel zu) lang ausschließlich zweisam unterwegs und wollte unter Menschen. Wir also ins Dinghy und am Nachmittag an den Ballermann. Ein bisschen merkwürdig sahen wir wohl aus, ich mit Oskar am Bein und Harald wegen eines Auas am Zeh leicht hinkend. Allerdings dann wohl doch nicht ganz sooo schlecht, denn einer der Ballermann-typischen Restaurant-Animateure sprach uns an und bezeichnete uns allen Ernstes als Honigfalter!

Der Club der Versehrten – oder auch ein Schwarm Honigfalter – unterwegs am Ballermann. Na klasse! Endlich am legendären „Oberbayern“ angekommen, hatte Marion noch mehr Gründe, Wunsch zwei – den Nachtbesuch am Ballermann – einzulösen. Denn ein Plakat pries für diese Nacht Liveauftritte von Schäfer Heinrich und dem Checker an. Für mehr Infos bitte googeln! Oder besser nicht – es ist einfach zu peinlich!
Zur Nacht wurden Haralds Schmerzen immer schlimmer. Ich suchte (auch) nach einer passenden Ausrede, um dem speziellen Landgang zu entkommen. Einen kurzen Moment war ich versucht Oskars Schrauben zu manipulieren, um DA nicht hin zu müssen, aber irgendwie brachte ich es nicht übers Herz. Wo sich Styling-Queen Marion doch schon freute wie ein Kind auf Weihnachten.
Nach einem spektakulären nächtlichen Anlande-Manöver unweit des „Oberbayern“ tauchten wir ein ins Nachtleben am Ballermann. Vorher musste jedoch noch Marions Gürtel, der aus unerfindlichen Gründen seinen Dienst versagte (böse Zungen würden behaupten, sie hat um die Taille zwei Zentimeter zugenommen!) so deponiert werden, dass wir ihn auf dem Rückweg wiederfinden würden. Aber wohin damit, mitten am Ballermann? Die nächstbeste Hecke musste herhalten. Natürlich an einer möglichst merkfähigen Stelle, denn die Hecke zog sich über die gesamte Strandpromenade!! Marion gab uns in ihren 15 cm hohen Hacken unter viel Gelächter noch ein bisschen Unterricht im Fach „Wie gehe ich halbwegs elegant“, auch wenn ich ein steifes Bein habe und schwupps standen wir mitten im „Oberbayern“, dem scheinbar einzigen Ort an diesem Montag-Abend, wo am Ballermann der Bär tobte.
Und dann, irgendwann zu später Stunde, kamen sie, die selbst ernannten Superstars – sowas von peinlich.
Aber nun gut, man muss es wirklich mal gesehen haben! Irgendwann gegen 4.00 Uhr in der Früh klingelten wir Harald aus der Kajüte, der uns – inklusive dem nach langem Suchen geborgenen Gürtel – mit dem Dinghy abholte. Was für ein toller Mann, der sowas macht für seine Frau(en)! Am nächsten Tag ging nichts mit Segeln im Wind. Wir mussten lange motoren. Und zwar immer gegen ziemlich hohe Wellen. Das waren Schläge, die erahnen ließen, wie stabil so ein Boot gebaut sein muss. Spätestens hier holt jeden die Seekrankheit ein. Nur uns nicht!! Boot und Crew überstanden alles gut, nur ein zur Vase umfunktioniertes Weißbierglas ging zu Bruch. Schad drum!

Das Ankern in einer einsamen Bucht ging wegen Wellen und Wind nicht, also drehten wir um und erlebten einen traumhaften Törn in den Sonnenuntergang. Und wo landeten wir? Na klar, am Ballermann. Marion traute sich nicht, uns nochmal auf die sündige Meile zu zerren und so kugelten wir uns bei diversen Spielen und Begriffspantomime. Das sind die Dinge, die man in einem Reisetagebuch nicht erklären kann! Man muss selbst erlebt haben, wie ein 154 cm großes, mehrfach in verschiedenen Farben gestreiftes und mit Piratentuch und viel zu großen weiß/rosa Schlappen bekleidetes Menschenkind einen Fahrradständer nachmacht!

Was haben wir gelacht… Es wird für uns eines der Highlights der Reise bleiben. Nachdem die Genehmigung für Cabrera da war, sausten wir am nächsten Morgen los, musste mangels Wind aber die Richtung ändern und landeten in der Dunkelheit in der „Stadt der Toten“ an. So sah sie jedenfalls aus. Leergefegt und für uns viel zu still! Mit leerem Magen und ohne Ankerbier gingen wir von Bord. Nach Marions Regel geht man nie in das erstbeste Lokal. Das wäre 50 Meter vom Boot in der Marina gewesen. Wir liefen in tiefster Dunkelheit an halb zerfallenen Häusern durch drei Ortschaften und kamen uns vor wie bei „From Dusk till Dawn“. Da hätten wir sogar rein gepasst, hinkend, humpelnd und hungrig. Und siehe da: ich will es kaum zugeben. Marion hatte Recht und machte ihrem Ruf als Chefnavigatöse wieder mal alle Ehre. Wir fanden ein einziges Restaurant mit sehr guter Küche. Nur leider mussten wir den ganzen Weg auch noch zurück.
Des Nächtens wurden Annette und ich geweckt durch ein lautes Piepen genau unter unserem Bett. Wir hatten nur zwei Erklärungen: Entweder sind Einbrecher an Bord (obwohl: Rufus II hat eine Alarmanlage) oder wir haben ein massives technisches Problem. Jedenfalls konnte so ein schriller Ton nichts Gutes bedeuten. Vielleicht eine gerissene Ankerkette oder ein Leck? Wir weckten Harald, der uns mit einem seiner ganz persönlichen Staatsfeinde bekannt machte: Die Batterie unter unserem Bett. Ein Knopfdruck an der richtigen Stelle und Ruhe war. 6 Uhr, tiefste Dunkelheit aber eine wage Vorahnung auf einen atemberaubenden Sonnenaufgang beschlich uns. Ich muss nicht extra erwähnen, dass wir gefühlte 50 Bilder davon gemacht haben!
Am nächsten Tag wollten wir nun endlich weg von der mallorquinischen Küste und nach Cabrera.

Auch das war ein unvergesslicher Törn, vorbei an einer blauen Grotte und Felsformationen zum satt sehen.

Cueva de Azul auf Cabrera

Castell von Cabrera

Ganz oben mit einem traumhaften Blick in die einzige Ankerbucht von Cabrera

Auf dem Meer blies es recht ordentlich aber in unserer Ankerbucht kehrte sofort Ruhe ein. Kein Schuckeln, kein Ruckeln. Es war, als läge das Boot an Land. Einfach nur wir, das Meer und…drei (tote) Fische. Marion hatte unterwegs einem Fischer drei Doraden abgekauft. Ich verneigte mich ehrfürchtig, denn eigentlich kommen an Bord einer Tierschützerin keine toten Tiere.

Unter strenger Beobachtung der beiden Mädels verkroch ich mich auf die Badeplattform, um die Fische auszunehmen und zu entschuppen. Harald befand sich im Zwiegespräch mit weiteren Staatsfeinden, sprich: erst Boot putzen und „Pacmens“ (saugende Muscheltiere) beseitigen, dann Batterie testen. Sollte jemand vom Fach das hier lesen, möge er weise Ratschläge abgeben, warum volle und hochwertige Batterien sich zu schnell entladen. Ich hoffe die beiden müssen nicht erst ins ewige Eis segeln, um herauszufinden, dass es eine Frage der Temperaturen ist.
Da wir nicht auf irgendeinem Boot zu Gast waren, sondern bei Harald und Marion, wurde abends gegrillt und zwar an Bord und mit echter mallorquinischer Grillkohle. Sehen eigentlich aus wie kleine Wurzeln, glühen aber famos! Die Fische waren genial. Der dritte vielleicht etwas zu kross. Marion sagte irgendwann: Mei schau, wie schön der Grill glüht…Es war nicht der Grill, es war der Fisch! Aber so eine echte Mittelmeerdorade hat halt ein dickes „Fell“ und so schmeckte auch die ganz wunderbar. Nach einer leider völlig schuckelfreien Nacht badeten wir in Mitten von Fischschwärmen mit Blick bis zum Meeresgrund, so klar war das türkisfarbene Wasser. Danach machten wir eine Inseltour. Da die Insel unbewohnt ist und nur ein, zwei Ranger dort arbeiten, war es sehr idyllisch. Man könnte auch sagen: Da düllt‘s g’scheit! Wir spazierten und genossen die Stille. Naja die Fast-Stille, denn Marion und ich sind eher kommunikative Menschen. Da irgendwann alles schöne eine Ende hat, legten wir am kommenden Tag ab und nach aktuellem Wettercheck verschlug es uns bei bestem Wetter nach Porto Pedro. Und auf dem Weg dahin passierte das, was jedem Tierfreund das Herz höher schlagen lässt: Delphine direkt am Boot. Mindestens fünf oder sechs riesige Tiere wollten offensichtlich mit uns spielen. Ein atemberaubendes Erlebnis!

Die größten Delphine, die wir auf unserer Reise gesehen haben, das Männchen hat mindestens 300 kg auf 3m Länge (Anmerkung der Redaktion)

Kein Delphin, Harald beim Kampf gegen den Staatsfeind Nr.II "Die Pakmans" oder auch Seepocken genannt (Anmerkung der Redaktion)

In Porto Pedro ankerten wir  und diesen Standort gaben wir auch an Marions Eltern weiter, denn am Sonntag sollte es heißen: Bettenwechsel. Wir beide freuten uns wie die Schnitzel, dass Marions Eltern so nett waren, einen Mietwagen am Flughafen zu nehmen und kein Taxi. Diesen sollten wir am nächsten Morgen ebenfalls zur Fahrt zum Flughafen nutzen und abgeben, was uns sehr frühes Aufstehen und Busfahrt ersparte. Ich bisschen Wehmut machte sich breit, denn eigentlich waren wir noch nicht wirklich bereit, um Abschied zu nehmen. Ist man das eigentlich jemals, wenn es irgendwo so schön ist? Gekrönt wurde diese Woche durch eine Sternschnuppe, die wir zur Nacht sahen. Alles, was ich bis jetzt in meinem Leben gesehen habe, waren Schnüppchen dagegen! In etwa so, als würde man eine Streichholzflamme mit einem Großfeuer vergleichen. Ich kann nur erahnen, wie es den anderen an Bord ging, ich für meinen Teil saß noch einen ganzen Moment nachdem die Schnuppe verglüht war mit meinem Wunsch im Kopf in der Dunkelheit.

Wer feiern kann, der kann ja bekanntlich auch arbeiten und nachdem wir nun nach Überreichung von tollen T-Shirts offizielle Crewmitglieder waren, hieß es am Sonntag Bettenwechsel und Boot schrubben. Und zwar außen, wie innen. Da ich mit meinem Hinkefuß nicht in diesem winzigen Bad rumkriechen konnte, überließ ich das Annette und half Harald beim Fenster putzen. Bei einem Boot sieht das so aus, dass einer den anderen im Dinghy rund rum zieht, während der Fenster poliert. Marion und Annette wienerten innen alles auf Hochglanz, staubten diverse Totenköpfe und anderes skurriles Interieur ab und im Anschluss gab es ein feudales Frühstück im Vorschiff.

Alles schnieke für den nächsten Besuch

Marion wurde leicht nervös, denn schließlich hatten sie und Harald die Eltern seit 3 Monaten nicht mehr gesehen. Die Begrüßung ein paar Stunden später war entsprechend rührend. Christine und Hubert hüpften ins Beiboot, als hätten Sie ein Leben lang nichts anderes gemacht. Hubert bekam von mir eine Brotzeit und Christine, Marion und Harald zogen noch einmal los und kauften den Supermarkt leer. Wenn schon mal ein Auto da war, dann musste das genutzt werden! Stunden später näherte sich ein Dinghy im Kriechtempo – das konnten nur die Einkäufe sein. Ein Blick durchs Fernglas bestätigte: Der Mann zwischen den Tüten war Harald. Schon während des tollen Abendessens mit allerlei Leckereien, war eine Welle im Anmarsch und auch mehr Wind als sonst. Wie immer passten Wind- und Wellenrichtung nicht zusammen, so dass es heftig schuckelte. Annette und ich lieben das zwar, aber nachdem wir die letzte Nacht in der Küche schlafen sollten, um in aller Frühe von Bord zu gehen, war es ein eher unromantisches Schuckeln. Wir hofften sehr, dass die Neuankömmlinge und Nachmieter unserer Kabine, so gut schlafen konnten, wie wir. Annette verkroch sich auf der Eckbank, ich baute mein Lager am Boden zwischen Kühltruhe und Spüle. Man glaubt ja kaum, was man in den Kajüten unten so alles nicht hört: Der Wind und die Wellen machten so manches Geräusch als hätten sie darum gewettet, wer uns besser um den Schlaf bringt. Und das alles nicht gesichert an „unserem“ geschätzten und bewährten Bootsanker sondern an einer windigen spanischen Boje!
Na gut, wir haben die Nacht überlebt und Marion und Harald fuhren uns um 5.30 Uhr am nächsten Morgen im Dinghy an den Hafen, wo der Polo auf uns wartete. Und nun sind wir seit zwei Tagen zu Hause und an jedem Morgen fühlen wir uns immer noch wie auf dem Boot – so sehr schwankt unsere Welt trotz festem Boden unter den Füßen. Oder gerade deshalb.

Versuch eines Wasserbalettes, der in einem Ersäufungsversuch endete

Und na klar gäbe es noch viiiiieeel mehr Details unserer wunderbaren Reise zu berichten, die uns so viel Spaß gemacht hat. Denn wie oben erwähntt: wenn zwei eine Reise tun ist das eine spannende Sache!